Töpfchentraining - wann und wie?


Trainerhosen helfen, den Stress beim Töpfchentraining gering zu halten. Sie halten ihren Fußboden und Teppich sauber und ordentlich, während gleichzeitig ihr Kind merkt, dass es nass geworden ist. Dieses nasse Gefühl kommt in einer Wegwerfwindel nicht auf, es ist aber eine wichtige Hilfe beim Töpfchentraining. Trainerhosen sind für Ihr Kind wie eine Unterhose, und für die Eltern sind Trainerhosen eine wertvolle Unterstützung im Kampf gegen den Stress mit den Pannen. Bei uns im Shop können Sie Trainerhosen für Kleinkinder kaufen.



Inhaltsverzeichnis

  1. Töpfchentraining - wann und wie?
    1. "Wann kann oder soll ich mit dem Töpfchentraining beginnen?"
    2. "Und wie fange ich an?"
      1. Die Topffit-Methode ("infant potty training" bzw. IPT im englischen Sprachraum)
      2. Die "Packen wir's an"-Methode
      3. Die "Wir überlassen es dem Kind"-Methode
    3. "Wie ist das mit den Pannen?"
  2. Was hat eigentlich die Natur vorgesehen?
    1. Wie Kinder aus Naturvölkern trocken und sauber werden
    2. Wie es bei unserem Sohn lief...
    3.  
  3. Schlusswort

Töpfchentraining - wann und wie?

Wenn es darum geht, wann man mit dem Töpfchentraining beginnen soll, scheiden sich die Geister. Pädagogen empfehlen, dem Kind sehr viel Zeit zu lassen, aber warum waren Großmutters Kinder so viel früher sauber und trocken als die heutigen Kinder? Wir haben sehr viel zum Thema recherchiert und möchten hier ein paar Hintergründe erläutern und Tipps zum Sauberkeitstraining geben.

"Wann kann oder soll ich mit dem Töpfchentraining beginnen?"

Diese Frage stellen sich viele Eltern. Wir haben uns für Sie ausgiebig in der Literatur umgesehen und unterschiedliche Hinweise gefunden. Wir glauben nicht daran, dass es ein geeignetes Alter gibt, das das Töpfchentraining sozusagen einleitet. Vielmehr denken wir, dass sich die Kinder auf unterschiedlichen Gebieten unterschiedlich schnell entwickeln und man darauf Rücksicht nehmen sollte.

Herkömmlich gewickelte Kinder haben von Geburt an gelernt, ihre Geschäfte in die Windel zu machen und sich nicht weiter darum zu kümmern. Sie müssen ab einem gewissen Alter lernen, dass sie Schließmuskeln besitzen, die man bewußt verschließen aber auch bewußt öffnen kann, und das ist für viele Kinder gar nicht so einfach, es ist jedoch die Grundvoraussetzung, um sauber und trocken zu werden.

Wir haben in unterschiedlicher Literatur sehr unterschiedliche Auffassungen dazu gefunden, wann ein Kind bereit ist sauber und trocken zu werden. In deutscher Literatur müssen die Kinder dazu meist viel mehr Voraussetzungen mit sich bringen als in Literatur aus anderen Ländern. In den Entwicklungsländern z.B. tragen Kinder in der Regel keine Windeln, sondern werden von Geburt an für ihre Geschäfte abgehalten, was auch eine geringe Anzahl an Familien in Industrieländern (auch in Deutschland!) ausprobiert, mit oft sehr gutem Erfolg, aber häufig auch mit ziemlich viel Zeitaufwand.

Wir haben versucht, die wichtigsten und einleuchtendsten Anzeichen, wann ein von Geburt an gewickeltes Kind bereit ist, trocken und sauber zu werden, in einer Liste zusammenzufassen. Je mehr dieser Anzeichen bei Ihrem Kind zutreffen, umso besser, es müssen aber nicht alle Zeichen vorhanden sein, oft werden bestimmte Fähigkeiten erst während des Sauberwerdens erlernt.

  • Das Kind bemerkt offenbar, dass es auf die Toilette muss, und zeigt dies mehr oder weniger bewußt an, z.B. durch bestimmte Laute, Bewegungen oder Körperhaltungen. Manche Kinder ziehen sich z.B. für ein großes Geschäft in eine bestimmte Ecke zurück.
  • Das Kind erkennt den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung des Druckgefühls und Entleeren von Blase bzw. Darm.
  • Nachts macht das Kind es keine großen Geschäfte mehr.
  • Die Windel bleibt manchmal über längere Zeit trocken, das Kind kann auch kleine Geschäfte 2 Stunden oder länger in seiner Blase halten, statt in kurzen Abständen nur kleine Mengen zu machen.
  • Das Kind versteht die Worte, die man beim Töpfchentraining benötigt, z.B. "Pipi machen", "Töpfchen gehen", "Hose ausziehen" und ähnliches.
  • Das Kind versteht einfache Anweisungen wie "zeige mir Dein Ohr" oder "bring das bitte in den Mülleimer".
  • Das Kind versteht Abläufe und kann diese befolgen, z.B. vor dem Spazierengehen ziehen wir Jacke, Mütze und Schuhe an. Dann öffnen wir die Türe und gehen hinaus.
  • Das Kind kann Handlungen auf später verschieben.
  • Das Kind ist stolz, wenn es etwas alleine und ohne fremde Hilfe geschafft hat. Es freut sich über Lob der Eltern.
  • Das Kind spürt, daß es auf die Toilette muss, und kann dieses Gefühl auch zuordnen und bestimmte Maßnahmen treffen, z.B. der Mutter Bescheid geben.
  • Das Kind kann seine Hosen selber an- und ausziehen.
  • Das Kind kann sich selbständig seine Hände waschen.

Sind Sie denn auch selber bereit? Horchen Sie in sich hinein, können Sie Ihrem Kind momentan ein geeignetes Umfeld bieten?

  • Betreuen Sie ihr Kind komplett alleine, bzw. unterstützen andere Betreuungspersonen Ihr Vorhaben?
  • Können Sie Ihrem Kind momentan ein stabiles Umfeld bieten, d.h. es steht kein Umzug bevor, kein neues Geschwisterchen, kein Kindergartenbeginn und dergleichen? Zwei solche Herausforderungen auf einmal können sehr kontraproduktiv sein.
  • Können Sie und die Betreuungspersonen auch Mißerfolge verkraften? Sie sollten in er Lage sein, Pannen hinzunehmen, ohne Ärger oder Ungeduld zu zeigen.

Je weniger der oben genannten Punkte zutreffen, umso wichtiger ist es, dass die Eltern entspannt an die Sache herangehen, denn mit Druck, Schimpfen oder Bestrafen erreichen Sie gar nichts! Ihr Kind braucht Liebe und Verständnis, und vor allem auch Zeit, um diesen gesamten Prozeß zu erlernen. Die allermeisten Kinder haben Pannen, während sie sauber und trocken werden. Manche dieser Pannen sind nicht schlimm, andere sind ziemlich lästig. Sie können diese Pannen durch Trainerhosen deutlich entschärfen, aber Ihre eigene Grundeinstellung sollte positiv sein. Wenn Sie ihr Kind unter Druck setzen oder Dinge von ihm verlangen, die es einfach noch nicht kann, dann erreichen Sie gar nichts, sondern richten am Ende noch Schaden an - lassen Sie ihr Kind in so einem Fall lieber noch ein paar Monate in Windeln, Sie haben ihr gesetzliches Recht auf einen Kindergartenplatz unabhängig davon, ob ihr Kind sauber oder trocken ist.

"Und wie fange ich an?"

Bieten Sie Ihrem Kind frühzeitig den Topf oder die Toilette an. Außerdem empfiehlt es sich, das Kind möglichst häufig zusehen zu lassen, wie Erwachsene auf die Toilette gehen. Dann versteht es, was dort passiert und oft möchte es das dann auch selber probieren. Diese Chance sollten Sie sich nicht entgehen lassen, wenn Ihr Kind erfolgreich auf der Toilette war, wird es stolz sein und es vielleicht immer wieder probieren wollen. Zeigen Sie ihrem Kind, dass es auf dem richtigen Weg ist. Sie können Ihr Kind ohne Bedenken den Topf oder die Toilette benutzen lassen, auch wenn Sie glauben, dass es eigentlich noch zu klein ist um sauber oder trocken zu werden. Solange das Kind Freude daran hat, sollten Sie es dabei unterstützen. Das bedeutet nicht, dass Sie nun auf Windeln verzichten müssen, aber Sie helfen Ihrem Kind, die Kontrolle seiner Schließmuskeln zu erlernen, indem Sie es Topf und Toilette benutzen lassen. Ermuntern Sie Ihr Kind ruhig, Töpfchen oder Toilette einmal auszuprobieren, aber natürlich ohne Zwang oder enttäuschtem Gesicht wenn's nicht klappt - dafür mit einem Applaus wenn es erfolgreich war. Manche Kinder möchten sich nicht auf den Topf oder die Toilette setzen - bitte zwingen Sie ihr Kind nicht dazu, das führt zu nichts. Andere Kinder haben Angst vor der Toilettenspülung. In diesem Fall lassen Sie Ihr Kind das Badezimmer verlassen, bevor Sie spülen.

Erzählen Sie doch ihrem Kind, was mit dem Essen und den Getränken passiert, nachdem sie in seinen Mund gelangt sind. Ab einer bestimmten Entwicklungsphase hat Ihr Kind eine gute Vorstellung davon, daß Essen und Getränke jetzt in seinem Bauch sind und irgendwann wieder raus müssen, damit neues Essen und neue Getränke hineinpassen.

Wenn Sie sich Gedanken machen, wie Sie das Thema Töpfchentraining anpacken sollen, möchten wir hier ganz grob drei unterschiedliche Wege vorstellen, die auf der ganzen Welt praktiziert werden.

  1. Die Topffit-Methode ("infant potty training" bzw. IPT im englischen Sprachraum)

    Diese Methode ist wohl die weitweit verbreitetste Methode des Sauberwerdens - allerdings nicht in den Industriestaaten. Hier wird das Baby entweder von Geburt an oder innerhalb der ersten Lebenswochen daran gewöhnt, seine Geschäfte zu machen, während es abgehalten wird. Das klappt erstaunlich gut, sehr viele Säuglinge pinkeln sowieso darauf los, sobald sie nackig sind. Es ist eine sehr natürliche Methode die in den unterentwickelten Ländern auf der ganzen Welt bevorzugt praktiziert wird, und die im Rahmen des Attachement Parenting nun auch Einzug in die Industriestaaten erhält. Allerdings ist diese Methode mit recht viel Aufmerksamkeit von Seiten der Eltern verbunden, und Pannen sind natürlich vorprogrammiert. Lesen Sie http://www.topffit.de/, falls Sie mehr dazu wissen möchten. Es berichten dort auch deutsche Eltern, die ihre Kinder ohne Windeln aufwachsen lassen. Das Verhältnis zwischen Kind und Eltern ist meist besonders eng, weil beide von Anfang an intensiv kommunizieren müssen, und die Kinder sind im Durchschnitt viel früher sauber und trocken als gewickelte Kinder. Wenn man es richtig anpackt, schadet diese Methode dem Kind ganz bestimmt nicht, im Gegenteil! Allerdings wird man mit kritischen Bemerkungen von Außenstehenden rechnen müssen und man braucht ein gutes Durchhaltevermögen und die Unterstützung von allen anderen Familienmitgliedern.
  2. Die "Packen wir's an"-Methode

    Die Eltern beschließen, dass es langsam Zeit ist. Bitte wählen Sie dazu aber nicht einen Zeitpunkt mit großen Änderungen, wie Umzug, neues Geschwisterchen, Kindergartenbeginn oder dergleichen, denn viele Kinder sind dann überfordert. Es ist nun also an der Zeit, dass das Kind sauber und trocken wird - aber wie? Sie können mit Hilfe von "Pinkel-Puppen" spielerisch erklären, wie man auf die Toilette geht. Sie können auch ein Belohnungssystem (z. B. Aufkleber für trockene Hosen) einführen, oder das Kind einfach nur bei jedem Erfolg loben. Manche Eltern warten die Sommermonate ab und lassen ihr Kind dann draußen nackig herumlaufen, während immer ein Topf in Reichweite ist. Andere Eltern lassen nur die Windeln weg und finden sich mit dem Pannen ab. In den USA werden beispielsweise anfangs oft wasserfeste Unterhosen (Trainerhosen) verwendet, damit die Pannen für die Eltern erträglicher sind. Es gibt viele Möglichkeiten, damit zu beginnen, vertrauen Sie ihrem Gefühl und setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck - Töpfchentraining ist kein Wettkampf und ihr Kind spielt vielleicht am Anfang nicht so mit, wie Sie das gerne hätten. Manche Kinder wollen um keinen Preis Topf oder Toilette benutzen - in diesem Fall werden Sie sich wohl noch eine Weile gedulden müssen!
    Die "Packen wir's an"-Methode kann innerhalb von kurzer Zeit zum Erfolg führen, es kann aber auch Monate dauern, bis das Kind wirklich sauber und trocken ist. Manche Kinder lernen es fast ohne Pannen, bei anderen wird es eine Zeit geben, die geprägt ist von Pannen und Putz-Aktionen. Man sollte als Eltern auf jeden Fall eine gewisse Portion Geduld mitbringen! Es kann wunderbar einfach sein, aber auch sehr nervenaufreibend, das hängt ganz von Ihrem Kind ab. Scheuen Sie sich auch nicht davor, einen Versuch gegebenenfalls wieder abzubrechen und noch eine Weile zu warten, insbesondere wenn Sie merken, dass ihr Kind mit den neuen Umständen nicht einverstanden ist. Manchmal gibt es auch keinen Weg zurück, das Kind will weiterhin Unterhosen tragen und verweigert Windeln, hat aber noch zahlreiche Pannen. Hier empfehlen wir genervten Eltern wieder Trainerhosen, die machen sich in solchen Fällen wirklich bezahlt - sie schonen die Nerven, was letztlich ganz direkt Ihrem Kind zugute kommt, und man spart sich die teuren Wegwerfwindeln.
    Grob gesagt kann man sagen, dass ein etwas älteres Kind in der Regel weniger Probleme haben wird, sauber und trocken zu werden, als ein sehr junges Kind, denn es versteht die Problematik besser und hat insgesamt ein besseres Gefühl für seinen Körper und die Zeichen, die sein Körper aussendet. Die allermeisten Kinder erreichen irgendwann im Alter von 18 bis 48 Monaten eine Entwicklungsstufe, in der es sinnvoll ist, ihnen beim trocken- und sauberwerden zu helfen. Jungen sind hier statistisch gesehen etwas langsamer als Mädchen.
  3. Die "Wir überlassen es dem Kind"-Methode

    Diese Methode wird in den Industriestaaten sehr oft von Pädagogen empfohlen. Als Eltern zeigen Sie Ihrem Kind den Topf und die Toilette, erklären ihm wie man das alles benutzt, und lassen Ihr Kind entscheiden, wann es Topf und Toilette benutzen möchte, und wann es keine Windeln mehr möchte. Große Geschwister und Kinder aus dem Kindergarten sind oft ein gutes Vorbild, es ist aber auch hilfreich, wenn die Kinder ihren Eltern zuschauen dürfen, oder wenn es eine "Pinkel-Puppe" zum Spielen gibt. Es gibt Kinder, die mit dieser Methode praktisch pannenfrei über's Wochenende sauber und trocken werden, während andere Kinder überhaupt keinen Ehrgeiz entwickeln und sich vielmehr daran gewöhnen, einfach weiterhin alles in die Windeln zu machen, obwohl sie körperlich sehr wohl in der Lage wären, trocken und sauber zu sein.

Sie sehen, es gibt unterschiedliche Methoden. Vertrauen Sie ihrem Gefühl und geben Sie vor allem Ihrem Kind die Möglichkeit, den Topf oder die Toilette zu benutzen, auch wenn es noch Windeln trägt. Es ist nicht schlimm, wenn dabei nichts hineingeht, Ihr Kind muß wahrscheinlich erst lernen, wie es seine Schließmuskeln gezielt steuern kann. Wenn es erst einmal gelernt hat, gezielt "loszulassen" und ein kleines Geschäft zu machen, ist es schon auf dem besten Weg!

"Wie ist das mit den Pannen?"

Manche Kinder werden wirklich quasi über's Wochenende sauber und trocken, und haben danach fast keine Pannen mehr, andere benötigen Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre, bis sie pannenfrei sauber und trocken sind. Die wenigsten Kinder haben diese Pannen absichtlich, sie sind einfach so vertieft in ihr Spiel, dass sie es nicht rechtzeitig merken, und sobald sie dann an die Toilette denken (oder wenn irgendwo Wasser läuft oder dergleichen), öffnen sich schon ihre Schließmuskeln. Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl ja von sich selbst, wenn Sie sich mit übervoller Blase auf den Weg zur Toilette machen, diese aber besetzt ist. Manche Pannenpassieren auch in entspannten Phasen, z.B. vor dem Fernseher. Leider entspannen sich dabei auch die "falschen" Muskeln... Mist, das ist enttäuschend, auch für ein Kind. Es weiß ja, dass die Hose nicht nass werden soll, und jetzt ist es doch wieder passiert, einfach so - als wenn man beim Laufen einfach so stolpert und hinfällt. Leider schimpfen dann viele Eltern, aber dies ist natürlich nicht hilfreich, denn das Kind ist über seine Panne meist genauso wenig begeistert wie sie, und möchte deswegen nicht auch noch zusätzlich geschimpft werden. Die allerwenigsten Kinder haben absichtlich Pannen, und falls doch, dann sollten Sie überlegen, warum sie absichtlich Pannen haben, vielleicht brauchen Sie mehr Aufmerksamkeit? Natürlich sollten Sie Pannen nicht einfach ignorieren, aber es genügt sicherlich, dem Kind zu sagen, dass es schade ist, dass die Hose jetzt naß ist und gewechselt werden muss.

Wenn das Kind jedoch ganz genau merkt, dass es langsam Zeit wird, sich aber nicht von seinem Spielzeug trennen mag (z.B. es kneift die Beine zusammen, Sie schlagen vor, aufs Klo zu gehen, das Kind mag nicht - und dann gibt's doch eine Panne), dann muss es vielleicht lernen, dass es Arbeit macht, eine Panne sauber zu machen. Da kann man als Erwachsener auch mal sauer werden, schließlich mag man so eine unnötige Arbeit nicht. Es ist auch sicherlich nicht schädlich, wenn Sie von Ihrem Kind verlangen, dass es Ihnen dabei hilft, z.B. indem es die nassen Sachen wegbringt oder trockene Sachen holt, indem es Ihnen einen Lappen bringt oder selber die Panne so gut es kann aufwischt. Das alles dauert natürlich viel länger als ein kurzer Gang zur Toilette - erklären Sie das ihrem Kind. Wenn es rechtzeitig gegangen wäre, müsste man jetzt nicht putzen und hätte mehr Zeit zum Spielen.

Manche Kinder benötigen auch eine "klare Ansage", um wirklich trocken zu werden. Wenn man diese Kinder manchmal in Unterhosen packt und von ihnen verlangt, dass sie Bescheid sagen, und sie dann wieder in Windeln packt, und erwartet, dass man unterwegs keine Toilette aufsuchen muss, sind solche Kinder überfordert und benötigen nach jeder Windel eine Weile, um sich wieder an die Unterhose zu gewöhnen. Sie sollten dann unterwegs auf jeden Fall eine Toilette (oder ein Gebüsch) mit Ihrem Kind aufsuchen, auch wenn das Kind eine Windel trägt. Was in solchen Fällen wieder nützlich ist, sind Trainerhosen statt Windeln, denn so hat das Kind das Gefühl, weiterhin eine Unterhose zu tragen, aber Pannen nässen in der Regel nicht durch und sind daher nicht so stressig für den Erwachsenen - sie benötigen nur Ersatz-Trainerhosen zum Wechseln nach einer Panne.

Was hat eigentlich die Natur vorgesehen?

Wir schauen heutzutage wieder viel von den Naturvölkern ab, Tragetücher und Stillen sind nur zwei Beispiele. Haben Sie sich eigentlich jemals gefragt, wie die Naturvölker ihre Babys wickeln? Und wann deren Kinder sauber werden?

Wie Kinder aus Naturvölkern trocken und sauber werden

In ganz vielen Teilen der Welt werden Babys gar nicht gewickelt, sondern den ganzen Tag am Körper der Mutter getragen. Die Mutter weiß durch Signale, die das Kind aussendet, oder durch Timing, wann das Baby muss, holt es aus dem Tuch heraus und hält es ab. Auch in Deutschland gibt es Familien, die sich dieses Wissen wieder abgeschaut haben und die nun versuchen, ihre Babys ganz ähnlich aufwachsen zu lassen. Wer mehr darüber wissen möchte, den möchten wir nach http://www.topffit.de/ einladen. Dort finden Sie alles, was Sie benötigen, falls Sie wissen möchte, wie "Windelfrei" funktioniert - oder falls Sie diese Methode sogar selber ausprobieren möchten.

Wenn nun die Natur eigentlich keine Windeln vorgesehen hat, warum verwenden wir sie dann? Wohl in erster Linie, weil es sehr bequem ist. Sämtliche Pannen landen an einem wohldefinierten Ort und sind relativ leicht zu beseitigen. Man muß auch nicht mehr darauf achten, ob und wann das Baby mal muss, und unterwegs muss man nicht hektisch eine Toilette finden. Das ist sehr praktisch und erleichtert einem die Babyzeit enorm, denn die Babys, die keine Windeln tragen, müssen ziemlich oft zur Toilette gebracht werden.

Wie es bei unserem Sohn lief...

Unser Sohn hat die ganze erste Zeit fast jedes Mal losgepinkelt, sobald wir ihn ausgepackt haben - im Kreissaal sobald er aus den Handtüchern ausgewickelt wurde, bei der U2 sobald er unten herum ausgezogen war, und auch sonst bei fast jedem Wickeln. Uns hat das damals genervt, denn oft wurde dadurch sein Oberteil nass und wir mussten alles wechseln. Wir fragten uns, warum er nicht warten kann, bis er wieder eine Windel an hat. Es hieß, das sei der Kältereiz - aber es ist auch mitten im Hitze-Rekord-Hochsommer 2003 passiert, da gab es wirklich keinen Kältereiz, es schien sogar völlig unabhängig von der Temperatur am Wickelplatz zu sein. Irgendwann dann erfuhren wir, dass das ein ganz natürliches Verhalten ist, Babys pinkeln einfach lieber, wenn sie nackig sind.

Als unser Sohn drei Monate alt war, erfuhren wir von den windelfreien Babys. Da er immer noch quer über den Wickeltisch pinkelte, beschlossen wir, ihn beim Wickeln einfach jedes Mal auf einen Topf zu halten, und ihn dabei natürlich so zu stützen, dass seine kleine Wirbelsäule nicht belastet wird. Wir waren erstaunt, in ca. 4 von 5 Fällen war nach spätestens einer Minute (meist viel früher) eine kleine Pfütze im Topf, und schon bald hat unser Sohn darauf gewartet, in den Topf machen zu dürfen, es ging praktisch nichts mehr quer über den Wickeltisch. Wir waren baff. Seitdem wurde unser Sohn zwar weiterhin gewickelt, aber er durfte jedes Mal sein Geschäft in den Topf machen, und wir glauben er war stolz auf seine Erfolge. Als er dann irgendwann später sauber und trocken wurde, war praktisch jeder Gang zum Topf ein Erfolg - selbst wenn nur ein paar Tropfen kamen. Er wußte einfach, wie seine Schließmuskeln funktionieren, wie er ein kleines Geschäft macht, ganz unabhängig davon, ob er nun dringend mußte oder nicht. Wir möchten jedoch nicht verschweigen, dass unser Sohn zwischendurch auch Verweigerungsphasen hatte, z.B. als er krabbeln und laufen lernte, da wollte er eine gewisse Zeit lang nichts mehr von seinem Topf wissen - er hatte wohl andere Prioritäten, und wir haben dies respektiert. Irgendwann waren diese Zeiten vorbei, und wir stellten fest, dass er nichts verlernt hatte!

Schlusswort

Basis dieses Berichts sind zahlreiche Fachartikel, die zu teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen und Ratschlägen führen. Wir haben versucht, alles auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und jede plausibel erscheinende Information zu berücksichtigen. Letztendlich muss jeder selber entscheiden, wie er es anpacken möchte, und oft sollte man wohl viel eher auf den mütterlichen Instinkt als auf irgendwelche Fachartikel vertrauen. Das wichtigste ist wohl Geduld und Verständnis für das Kind - und lassen Sie sich von außen keinen Druck machen!


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