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Warum werden Babys gepuckt?
Es sind verschiedene Gründe bekannt, warum Babys in Industrieländern gepuckt werden (auf Gründe von Entwicklungsländern, wo es teilweise auch andere Techniken gibt, soll hier nicht weiter eingegangen werden):
Pucken wird auch oft bei unruhigen Babys und bei Schreibabys angewandt. Diese können so zumeist besser schlafen, und sind in Folge dessen ausgeruhter und schreien weniger. Viele Babys schreien auf Grund von Übermüdung/Schlafmangel, daher kann Pucken bei Schreibabys sehr erfolgreich sein.
Pucken, wie es heute in Industrieländern angewendet wird, ist niemals eine Technik, mit der ein Baby gefesselt oder ruhiggestellt werden soll, sondern eine Technik, die dazu beiträgt, dass sich das Baby wohl fühlt
Ist das nicht grausam?
Nein, denn es geht beim Pucken nicht darum, ein Baby bewegungsunfähig zu machen. Es geht vielmehr darum, ihm eine ähnliche Umgebung zu schaffen wie die, die es 9 Monate lang im Mutterleib gewohnt war, nämlich einen eng umgrenzten Raum. Ein gepucktes Baby hat ähnlich viel oder wenig Bewegungsfreiheiten wie ein Baby im Tragetuch, und wohl keiner würde heutzutage fragen, ob ein Tragetuch nicht grausam ist.
Wer einmal beobachtet hat, wie ein unruhiges oder schreiendes Baby, das gepuckt wird, sich innerhalb von weniger als einer Minute beruhigt und zufrieden einschläft, nachdem es zuvor eine halbe Stunde oder länger nicht in den Schlaf finden konnte, wird staunend erkennen, dass wir unsere erwachsenen Empfindungen nicht immer direkt auf unsere Babys übertragen können.
Wann werden Babys gepuckt?
Babys sollen nur zum Schlafen gepuckt werden. Unruhige Babys können auch während des Stillens gepuckt werden, sofern sie ungepuckt nur schwierig trinken. Frühgeborene und ganz junge Neugeborene können anfangs auch während der Wachphasen gepuckt werden, dies sollte man jedoch auf sehr wenige Wochen beschränken, damit sich die Kinder ungestört entwickeln können. Frühgeborene kann man auf jeden Fall bis zum eigentlichen Entbindungstermin ständig pucken.
Idealerweise fängt man mit dem Pucken möglichst bald nach der Geburt an, wenn das Baby noch an die Gebärmutter gewöhnt ist, aber auch ein späterer Einstieg ist möglich. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass ältere Babys, die zuvor nicht gepuckt wurden, manchmal eine gewisse Gewöhnungsphase benötigen und sich zunächst gegen das Pucken sträuben. Es ist aber auch in diesen Fällen möglich, das Baby noch an das Pucken zu gewöhnen, mit dem Erfolg, dass es länger und besser schläft.
Wann soll man mit dem Pucken aufhören?
Für die meisten Babys gelten die folgenden Hinweise. Einige Babys benötigen die räumliche Begrenzung jedoch länger, z.B. manche Babys mit Geburtstraumen. Hier können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme von den allgemeinen Regeln abweichend entsprechend länger pucken. Manche Babys werden so bis ins 2. Lebensjahr gepuckt. Für Babys, die keine Extremfälle sind, gelten jedoch folgende Regeln:
- Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Kinderarzt, ab wann Ihr Baby nicht mehr gepuckt werden sollte, um seine motorische Entwicklung nicht zu behindern.
- Falls Sie denken, dass Ihr Baby eventuell vom Rücken auf den Bauch rollen könnte, während es gepuckt ist (dies ist nicht sehr wahrscheinlich, auch nicht für ältere Babies, weil die Babies normalerweise ihre Arme verwenden, um sich umzudrehen), dann hören Sie mit dem Pucken auf, damit auf keinen Fall die Atemwege Ihres Babys durch Bauchlage behindert werden können.
- Sie sollten nicht mehr pucken, und zwar mit keiner Puckhilfe, wenn Ihr Baby groß- oder stark genug ist, sich aus der Puckhilfe zu befreien.
Wie funktioniert das Pucken?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Ihr Kind zu pucken. Die bekannteste Möglichkeit ist das Pucken mit einem quadratischen Tuch, es werden aber auch Puck-Techniken mit zwei Tüchern beschrieben, im Internet gibt es Anleitungen, die beschreiben, wie man ein Baby pucken kann. Nachteil der Tuch-basierten Techniken ist, dass Babys es oft schaffen, sich selber aus den Tüchern zu befreien. Manche Eltern verwenden Tesa-Krepp oder Sicherheitsnadeln, um dies zu verhindern.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines Ganzkörper-Pucksacks, wie zum Beispiel SwaddleMe. Dieser wird mit Hilfe weniger Klett-Verschlüsse zugemacht, und ist in der Anwendung einfacher als das Pucken mit Tüchern. Selbst wenn das Pucken mit Tüchern beherrscht wird und gut funktioniert, kann der SwaddleMe im Sommer eine Alternative sein, da es ihn in leichter Baumwoll-Qualität gibt, die weitaus weniger wärmt als mehrere Tuch-Schichten.
Wie kann ich meinem Baby das gepuckt-sein abgewöhnen?
Diese Frage beschäftigt viele Eltern schon frühzeitig. Häufig löst sich das Problem dann ganz von alleine, zum Beispiel weil das Baby auch im Bett seine Händchen benutzen möchte, die es inzwischen kontrolliert bewegen kann. In manchen Fällen muß man jedoch nachhelfen. Hier ein paar Tipps:
- Verwenden Sie über dem gepuckten Baby zusätzlich eine Decke, die Sie stramm links und rechts unter die Matraze schieben. Das gibt dem gepuckten Baby noch mehr Halt. Beim Entwöhnen, lassen Sie die Pucktücher weg, verwenden aber weiterhin die stramme Decke. Sollte es nicht möglich sein, die Decke stramm unter die Matraze zu stecken, kann man sie auch mit Hilfe von Sandsäcken oder dergleichen fixieren. Die dünne Baumwolldecke SwaddleSet eignet sich besonders gut für diesen Zweck und kann zudem prima als Pucktuch verwendet werden.
- Falls obiger Tipp bei Ihrem Baby nicht funktionieren sollte, können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme die Bauchlage probieren. Sie sollten sich jedoch immer bewußt sein, dass dies das Risiko des plötzlichen Kindstods erhöht, und diese Methode daher nur anwenden, wenn es keine andere Lösung gibt. Das Risiko, am plötzlichen Kindstod zu sterben ist im ersten halben Jahr am größten, aber es gibt auch hinreichend viele Fälle, in denen es ältere Babys getroffen hat. Lesen Sie unbedingt auch den Artikel über SIDS (plötzlicher Kindstod) durch giftige Gase aus der Matratze und denken Sie ernsthaft über entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nach.
Was tun, wenn Pucken allein nicht hilft?
Es ist richtig, dass Pucken allein nicht immer das Allheilmittel ist. Ganz wichtig ist für viele Babys auch ein vorhersehbarer Tagesablauf. Das kann so aussehen:
- Baby wacht auf und wird hochgenommen. Aha, das heißt, es gibt jetzt was zu essen!
- Baby wird gefüttert, dann gewickelt (oder auch umgekehrt). Prima, jetzt darf ich mit Mama und Papa spielen.
- Die Zeit des gemeinsamen Spiels ist vorbei, das Baby darf jetzt alleine spielen, bis es müde ist. Bei den ersten Zeichen von Müdigkeit wird es hochgenommen. Baby weiß, dass es jetzt Zeit zum Schlafen ist.
- Baby wird gepuckt und wach ins Bett gelegt. Es weiß, jetzt schlafe ich gleich ein.
Wenn Baby wieder wach wird, geht es weiter wie oben. Dabei sollten gleiche Dinge an gleichen Orten passieren, z.B. spielen immer am selben Ort, genau wie das Schlafen. Wenn sich ein Rythmus eingependelt hat, kann man die Regeln wieder lockern und beobachten, wie sich das Baby damit zurecht kommt. Mehr darüber in Weleda Kinderwelt Nr. 3 und in Ria Bloms Buch '"Wenn Babys häufig schreien", Verweise siehe unten.
Mein Baby hat eine unreife Hüfte, darf ich pucken?
Wenn Ihr Baby breit gewickelt werden muss oder sogar eine Hüft-Beuge-Schiene oder Spreizhose benötigt, sollten Sie unbedingt Ihren Kinderarzt um Rat fragen, bevor Sie Ihr Baby pucken. Wenn überhaupt werden Sie höchstens eine Puck-Methode verwenden können, bei der die Beinchen weit abgespreizt werden können. Auf keinen Fall dürfen Sie die Beinchen eng einpucken, dies könnte zu Hüftschäden bei Ihrem Kind führen! Führen Sie Ihrem Kinderarzt vor, wie Sie Ihr Kind pucken würden und beachten Sie seine Ratschläge. Möglicherweise können Sie lediglich die Arme pucken, und die Beine frei lassen. Eine Kundin, deren Baby eine Hüftbeugeschiene trägt, hat berichtet, dass ihr Kind mitsamt der Schiene in den SwaddleMe paßt. Dies hängt natürlich von der Größe des Babys ab.
Mein Baby ist krank, muss ich etwas beachten?
Wenn Ihr Baby Fieber hat, oder wenn mit Fieber zu rechnen ist, sollten Sie es nicht pucken, um zu verhindern, dass es zu einem gefährlichen Hitzestau kommt.
Wo kann ich mehr Informationen über das Pucken bekommen?
Anbei ein paar Links mit weiteren Hinweisen zum Thema Pucken:
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